Der Ablauf einer anwaltlichen Beratung


Keine Angst - Anwälte beissen nicht, jedenfalls nicht den eigenen Mandanten.

Terminvereinbarung

Zunächst sollten Sie einen Termin vereinbaren. Rufen Sie uns unter 08431/3094 an und wünschen Sie einen Termin. Wenn Sie bereits wissen, zu welchem unserer Anwälte Sie wollen, können Sie dies gleich angeben. Sie können aber auch einfach ganz grob sagen, um welches Rechtsgebiet sich Ihr Problem dreht, also z.B. Mietrecht oder Verkehrsrecht etc., dann werden unsere Mitarbeiter Sie dem zuständigen Anwalt zuweisen. Termine stehen grundsätzlich von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr zur Verfügung.

Selbstverständlich können Sie in dringenden Fällen auch ohne Termin vorbeikommen - dann sind natürlich gewisse Wartezeiten nicht auszuschließen.

Manche Fragen können auch am Telefon beantwortet werden. Wenn Sie meinen, dass Ihre Frage sich zur telefonischen Beantwortung eignet, lassen Sie sich einfach mit dem Anwalt verbinden. Wenn sich herausstellt, dass zur Beantwortung Ihrer Fragen z.B. Verträge geprüft werden müssen, weisen wir Sie darauf hin und bitten Sie um Terminvereinbarung (in Einzelfällen kann es ausreichend sein, dass Sie uns die Unterlagen zufaxen oder schicken). Gebührenrechtlich spielt es übrigens keine Rolle, ob Sie eine Frage am Telefon stellen oder in einer persönlichen Beratung.

Die Parteien

Bevor es zur eigentlichen Beratung geht, stellen wir ein paar Fragen. Dazu gehören Ihr Name und Ihre Anschrift sowie Name und Anschrift des Gegners, wenn es in der Sache einen Gegner gibt. Das ist wichtig, damit es nicht zu Interessenkollisionen kommt - es ist ja denkbar, dass der Gegner schon in der gleichen Sache bei uns war. Der Anwalt darf in der gleichen Sache nie beide Parteien vertreten!

Der Fall

Als nächstes bitten wir Sie, uns zu schildern, worum es in der Sache geht. Erzählen Sie uns, was passiert ist und was Sie erreichen wollen. Versuchen Sie, möglichst vollständige Angaben zu machen; wir werden natürlich auch entsprechend nachfragen, wenn ein rechtlich wichtiger Punkt unklar bleibt, oder Sie unterbrechen, wenn Sie einen rechtlich unwichtigen Punkt zu weit ausführen.

Die Hinweise

Nach dem RVG sind wir in manchen Fällen verpflichtet, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass sich die Gebühren nach dem Streitwert richten (vgl. auch die Informationen zu den Anwaltsgebühren) - das ist natürlich nur dann relevant, wenn der Streitwert relativ hoch ist. Weitere Angaben zu den Kosten schreibt das Gesetz nicht vor - Sie können uns aber selbstverständlich nach den zu erwartenden Kosten fragen! In geeigneten Fällen kann jetzt auch eine Gebührenvereinbarung abgeschlossen werden.

Wenn sich aus Ihrer Fallschilderung entsprechende Anhaltspunkte ergeben, weisen wir Sie auch auf die Möglichkeit der staatlichen Beratungshilfe hin oder fragen nach einer Rechtsschutzversicherung.

Die Beratung

Anschließend prüfen wir die Rechtslage. Die meisten Fragen zu unseren Schwerpunktgebieten können wir natürlich ohne Nachschlagen beantworten. Wir betrachten es allerdings nicht als Schwäche, trotzdem in vielen Fällen das Gesetz oder Kommentare aufzuschlagen - sicher ist sicher.

Wir bemühen uns, alle Ihre Fragen so zu beantworten, dass Sie die Antworten auch verstehen. Wenn wir versehentlich doch mal Fachchinesisch sprechen, fragen Sie bitte nochmal nach. Sie haben ein Recht darauf, eine verständliche Antwort zu erhalten. Dass die Rechtslage allerdings gelegentlich zum Kopfschütteln unverständlich ist, können wir leider nicht ändern...

Die Vertretung

Oft ist es mit der Beratung allein nicht getan. Vielleicht möchten Sie, dass wir den Gegner auch anschreiben, vielleicht sollen wir sogar gleich Klage bei Gericht einreichen. Wir werden mit Ihnen ausführlich besprechen, was im konkreten Fall sinnvoll sein kann - die Entscheidung haben aber Sie!

Für die Vertretung benötigen wir von Ihnen eine Vollmacht. Die Vollmacht ist dem Gegner oder dem Gericht gegenüber der Nachweis, dass wir Sie vertreten.

Wir werden dann im Laufe der nächsten Tage die notwendigen Schritte einleiten, das Schreiben oder die Klage etc. verfassen, zustellen und Ihnen eine Kopie zur Kenntnisnahme schicken, von der Rechtsschutzversicherung - falls vorhanden - eine Deckungszusage erbitten. In besonders wichtigen oder schwierigen Fällen oder dann, wenn Sie dies ausdrücklich wünschen, schicken wir Ihnen einen Entwurf vorab, damit Sie ggfs. Änderungswünsche einbringen können.

Alle eingehenden Schreiben des Gegners oder des Gerichts leiten wir umgehend an Sie weiter. Wie wir dann weitermachen, hängt von Ihren Wünschen ab - im allgemeinen verschicken wir einfache Schreiben wie eine zweite Mahnung oder Schreiben, die nur Rechtsausführungen enthalten sollen, ohne weitere Rücksprache. Wenn der Gegner neue oder widersprechende Tatsachen vorträgt, oder wenn durch den nächsten Schritt zusätzliche Kosten entstehen (z.B. Mahnbescheid), kontaktieren wir Sie vorher.

Abschließen...

Früher oder später ist die Sache erledigt. Wenn alles gut geht, hat der Gegner Ihre Forderung bezahlt und unsere Kosten gleich mit. Wir überweisen Ihnen den Forderungsbetrag, wenn der Gegner ihn auf unser Konto überwiesen hat, und die Sache ist erledigt. Wenn der Gegner die Kosten nicht übernimmt oder nicht übernehmen muss, erhalten Sie oder Ihre Rechtsschutzversicherung eine Rechnung. Ihre Originalunterlagen, soweit sie sich bei unseren Akten befinden, erhalten Sie dann zurück. Im übrigen werden die Akten bei uns 10 Jahre lang aufbewahrt und anschließend nach den gesetzlichen Vorschriften vernichtet.